katastrophe Bienensterben

„the history of bees“

http://www.simonandschuster.com/books/The-History-of-Bees/Maja-Lunde/9781501161377
book inspired by documentary „more than honey“

Katastrophe Bienensterben – Maja Lundes Bestseller zu einem Menschheitsproblem

21.05.17 | 05:21 Min. | Verfügbar bis 21.05.2018

Umweltvergiftung, Monokultur und Schädlingsbefall: Immer mehr Bienenvölker sterben. Maja Lunde erzählt in ihrem Roman, wie wir ihre Lebensgrundlagen zerstören und von den katastrophalen Folgen ihres Verschwindens für uns und unsere Kinder.

Video verfügbar bis 21.05.2018

Sie gelten als fleißig und unermüdlich, einige fürchten sie, dabei sie sind unsere wichtigsten Hilfsarbeiter: Ohne Bienen müsste die Menschheit hungern. Wenn sie nicht die Blüten dieser Welt bestäuben, wächst nur noch ein Bruchteil unserer Nahrung. Doch es sterben immer mehr Bienenvölker als Folge von menschengemachter Umweltvergiftung, Monokultur und Schädlingsbefall. Diesem brisanten Thema widmet sich die Norwegerin Maja Lunde in ihrem Roman „Die Geschichte der Bienen“. Über drei Zeitebenen erzählt sie von unserer Verbundenheit mit den emsigen Helfern, wie wir ihre Lebensgrundlagen zerstören und von den katastrophalen Folgen ihres Verschwindens für uns und unsere Kinder. Ein so aufrüttelndes wie wichtiges Buch für unsere Zukunft.

Drei Schicksale zu unterschiedlichen Zeiten

Ihr Roman beginnt in der Zukunft, im Jahr 2098. In China. Hauptfigur ist eine Arbeiterin in einer Welt, in der es keine Bienen mehr gibt, Menschen müssen dann Pollen sammeln und die Pflanzen selbst bestäuben. Von Hand, Blüte für Blüte, so wie es heute schon in manchen Regionen in China gemacht werden muss, weil die Bienen dort ausgestorben sind. Der Roman treibt das konsequent weiter: Es gibt kaum noch Obst und Gemüse, alle hungern. Die Arbeiterin beginnt, das System zu hinterfragen, als ihrem Kind etwas zustößt. Eine düstere Zukunft ist das, ohne Bienen.

Der Roman verwebt drei Schicksalen in unterschiedlichen Zeiten und Kontinenten, spielt nicht nur in der Zukunft, sondern auch in der Vergangenheit, blickt zurück auf die Anfänge der modernen Imkerei. Ein Forscher in England, in einer Lebenskrise, erfindet 1852 mit seiner Tochter einen der ersten Bienenstöcke.

Der dritte Strang spielt in der Gegenwart, einem Imker in den USA sterben plötzlich alle Bienen. Alle drei Familien hängen vom Schicksal der Bienen ab. Und zwischen den Generationen geht einiges schief. Maja Lunde beobachtet genau und nimmt die Kleinen im Blick – die Bienen wie die Kinder.

Die großen Fragen der Menschheit

Alles hängt mit allem zusammen, so einfach und kompliziert ist das.

Der Roman stellt die großen Fragen: Wie gehen wir um mit der Natur? Wie weit treiben wir die Ausbeutung – mit Gift, Gentechnik und Monokulturen? Wieso lassen wir zu, dass womöglich die Zukunft unserer Kinder zerstört wird? Ihr ist ein hochaktueller, ein toll erzählter, ein packender Roman gelungen. Drei Schicksale über die Jahrhunderte – meisterhaft verknüpft mit der Geschichte der Bienen. Das Aussterben der Bienen – hoffentlich bleibt es nur eine Fiktion.

Maja Lunde über ihr Buch:

»Alles hängt mit allem zusammen, so einfach und so kompliziert ist das. Auch im Bienenstock ist jede noch so kleine Biene wichtig. Darüber denke ich viel nach. Wie die kleine Biene in meinem Garten mit dem globalen Bild zusammenhängt, wie alles, was wir tun, etwas anderes beeinflusst.«

Buchtipp
Die Geschichte der Bienen
Von Maja Lunde
btb Verlag, März 2017
ISBN: 978-3-442-75684-1
Preis: 20 Euro

noch mehr INFOS hier:

http://www.ndr.de/kultur/buch/Maja-Lunde-Die-Geschichte-der-Bienen,geschichtederbienen102.html

Stand: 26.04.2017 12:40 Uhr – Lesezeit: ca.4 Min.

Wenn die Bienen verschwinden

Die Geschichte der Bienen
von Maja Lunde, aus dem Norwegischen von Ursel Allenstein
Vorgestellt von Ulrike Sárkány

Der Roman wurde mit dem Norwegischen Buchhändlerpreis ausgezeichnet. Auch hier bei uns ist er gleich nach Erscheinen in die Bestsellerliste eingestiegen.

Jedes Jahr kommen Tausende neuer Bücher heraus. Und dazwischen ist dann ganz gelegentlich – allerdings wirklich selten! – ein Buch, das jedem, der es liest, gleich ganz besonders bedeutend erscheint und richtig und passend für die Zeit, in der wir leben. So ein Buch ist in diesem Frühjahr der Roman „Die Geschichte der Bienen“, geschrieben von der norwegischen Autorin Maja Lunde.

Fragen einer besorgten Mutter

Maja Lunde, Jahrgang 1975, hat drei heranwachsende Söhne und fragt sich entsprechend, wie die Welt für nachfolgende Generationen wohl aussehen wird. Sie hatte bereits mehrere Kinder- und Jugendbücher geschrieben und war auf der Suche nach einem Thema für Erwachsene, als sie einen Dokumentarfilm über CCD, Colony Collapse Disorder im Fernsehen sah, das Verschwinden der Bienen.

Sie wusste gleich, aus Furcht und Faszination, dass sie darüber mehr wissen wollte, und machte sich an die Recherche. Im ersten halben Jahr forschte sie nur und dachte sich erst einmal die unterschiedlichen Stimmen ihrer drei Charaktere aus.

Maja Lundes Roman geht auf drei Fragen zurück. Die erste war: Warum sterben die Bienen? Um das herauszufinden, musste sie mit der Vergangenheit beginnen. Wo setzt die moderne Imkerei ein? Also ist ihre erste Geschichte über William, der Mitte des 19. Jahrhunderts in England einen neuartigen Bienenkorb erfindet, leider zur selben Zeit wie andere das in anderen Ländern auch tun.

Maßnahmen gegen das Bienensterben

Dann fragte sie sich, wie sich das für einen Imker anfühlen muss, wenn er seine Bienenvölker verliert. So kam sie auf George, der 2007 in den Vereinigten Staaten lebt, wo zu jener Zeit der Kollaps der Bienenkolonien seinen Anfang nimmt.

Und die dritte Frage: wie wird die Welt aussehen, wenn es keine Bienen und keine bestäubenden Insekten mehr geben wird? Vieles von dem, was wir essen, hängt von Bestäubung ab und ohne sie sind wir verloren. So entstand die dritte Geschichte über Tao, die 2098 in China lebt. Die Bienen sind verschwunden, und die Menschen müssen die Bestäubung selber vornehmen.

Wie verwachsene Vögel balancierten wir auf unseren Ästen, das Plastikgefäß in der einen Hand, den Federpinsel in der anderen. (…) Das kleine Plastikgefäß war gefüllt mit dem luftigen, leichten Gold der Pollen, das zu Beginn des Tages exakt abgewogen und an uns verteilt wurde, jede Arbeiterin erhielt genau die gleiche Menge. Nahezu schwerelos versuchte ich, unsichtbar kleine Mengen zu entnehmen und in den Bäumen zu verteilen. Leseprobe

Prekäres Verhältnis von Mensch und Natur

Auch in Europa sind die Bienen und überhaupt alle bestäubenden Insekten bedroht. Aber Maja Lunde hat China als Zukunftsszenario gewählt: „Weil man dort bereits mit der Hand bestäubt. In Sichuan, wo die Geschichte spielt, begann man damit bereits in den 80er-Jahren, nachdem der Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln die Bienen hatte verschwinden lassen. Sie kamen sogar noch einmal wieder, aber die Handbestäubung erwies sich, zumal bei niedrigen Löhnen, als sehr effektiv. Das hat mich also zu meiner Zukunftsgeschichte inspiriert.“

Bibiana Beglau, Markus Fennert und Thomas M. Meinhardt lesen auf
NDR Kultur in Am Morgen vorgelesen
14 Auszüge aus dem Roman „Die Geschichte der Bienen“ von Maja Lunde
vom 29. Mai bis zum 16. Juni 2017,
immer montags bis freitags um 8.30 Uhr.

Maja Lunde verwebt die drei Szenarien so kunstvoll miteinander, dass daraus wirklich eine Geschichte der Bienen wird. Aber im Vordergrund steht nicht die Umwelt-Botschaft, sondern das Schicksal der drei Menschen, von denen sie erzählt. Das ist große Kunst, ein reales Anliegen in eine packende Story zu kleiden. Das prekäre Verhältnis von Mensch und Natur auf diesem Planeten ist Maja Lundes großes Thema geworden. Weil sie so besorgt ist, will sie mehr darüber schreiben.